HowTo: Deployment des Adobe Reader in einer Windows Domäne
Um in einer Windows Domäne die Anwendung Adobe Reader an Clients mit den Betriebssystemen Windows Vista, 7 und 8 bereitzustellen, benötigen wir folgende Komponenten:
- Beantragung einer Lizenz zur kostenlosen Weiterverteilung unter adobe.com
- Download des Windows Installer-Paket (.msi) in der Version der Erstveröffentlichung (Version xx.0.00) vom Adobe FTP Server in der entsprechenden Sprache (Deutsch)
- Download des aktuellen “primären” vorhandenen Windows Installer-Patch (.msp) und falls vorhanden, den aktuellen sekundären Windows Installer-Patch (.msp) vom Adobe FTP Server für die jeweilige Version
- Download Hinweis: Die heruntergeladenen Dateien sollten im Kontextmenü unter “Eigenschaften > Allgemein > Sicherheit” Zugelassen werden (Die Datei stammt von einem anderen Computer. Der Zugriff wurde aus Sicherheitsgründen eventuell blockiert.)
- Eine lokale Installation des aktuellen Adobe Customization Wizard
- Lokal- und Domain-Administrationsrechte
Es handelt sich in diesem HowTo hierbei um die de-DE Version 11. Beide Versionen von Windows Installer-Paket (.msi) und Windows Installer-Patch (.msp) müssen zusammenpassen (kein MUI-Paket):
- AdbeRdr11000_de_DE.msi
- AdbeRdrUpd11001.msp
Inhalt:
- Bereitstellungsverzeichnis erstellen
- Lokales Arbeitsverzeichnis erstellen
- Slipstream Integration des Windows Installer-Patch in das Windows Installer Paket
- Windows Installer-Paket auf neue Versionsnummer umbenennen
- Überprüfung der Slipstream-Integration
- Arbeitsverzeichnis bereinigen
- Anpassen des Windows Installer-Paket mit dem Customization Wizard
- Dateien in die Softwareverteilung kopieren
- Softwareverteilung mit Gruppenrichtlinie
- Fazit
1. Bereitstellungsverzeichnis erstellen
Zuerst muss ein Verzeichnis für die Verteilung der Anwendung in der Domäne erstellt werden. Dieses sollte sich optimaler Weise in einem bereitgestellten DFS Verzeichnis befinden:
“\\domain.local\dfs\deployment\adobereader11″
Die NTFS-Berechtigung des bereitgestellten DFS Verzeichnis sollte für “Authentifizierte Benutzer” auf Lesen gesetzt werden.
2. Lokales Arbeitsverzeichnis erstellen
Wir erstellen ein neues lokales Arbeitsverzeichnis. In diesem HowTo verwende ich das vorhandene Verzeichnis “C:\Users\Public\Downloads” unter Windows 8. Dorthin kopieren wir das zuvor heruntergeladene Windows Installer-Paket (.msi) und den Windows Installer-Patch (.msp).
3. Slipstream Integration des Windows Installer-Patch in das Windows Installer Paket
Wichtig:
- Es muss immer zuerst der aktuellste primäre Windows Installer-Patch (.msp) integriert werden!
- Danach muss, falls vorhanden, der aktuellste sekundäre Windows Installer-Patch (.msp) nach dem gleichen Schema integriert werden!
Hinweise:
- Einen primären Patch erkennt man am Dateinamen (z.B. “AdbeRdrUpd11001.msp”). Die Dateigröße beträgt ungefähr 17 MB.
- Ebenfalls erkennt man einen sekundären Patch am Dateinamen. Dieser trägt in der Dateibezeichnung “Sec” (z.B. “AdbeRdrSecUpd11002.msp”).Die Dateigröße beträgt ungefähr 2 MB.
Nun müssen wir den Windows Installer-Patch (.msp) mit der Slipstream Funktion in das Windows Installer-Paket (.msi) integrieren. Dazu öffnen wir eine administrative Konsole (PowerShell oder CMD) in unserem Arbeitsverzeichnis (“C:\Users\Public\Downloads”):
msiexec.exe /a AdbeRdr11000_de_DE.msi /p AdbeRdrUpd11001.msp
Als Netzwerkspeicherort geben wir folgenden lokalen Pfad an:
“C:\Users\Public\Downloads\Rollout\”
Wir bestätigen unsere Netzwerkinstallation mit “Installieren”.
4. Windows Installer-Paket auf neue Versionsnummer umbenennen
Wichtig: Zur Vermeidung von Verwechslungen sollte nun das gepatchte Windows Installer-Paket (.msi) auf die neue Versionsnummer umbenannt werden!
Hier also:
AdbeRdr11001_de_DE.msi
5. Überprüfung der Slipstream-Integration
Zur Überprüfung, ob die Slipstream-Integration erfolgreich war, öffnen wir erneut eine administrative Konsole (PowerShell oder CMD) in unserem Arbeitsverzeichnis:
msiexec.exe /a AdbeRdr11001_de_DE.msi
Als Netzwerkspeicherort geben wir folgenden lokalen Pfad an:
“C:\Users\Public\Downloads\Testinstallation”
6. Arbeitsverzeichnis bereinigen
Nach erfolgreicher Slipstream-Integration können alle Unterverzeichnisse und Dateien bis auf das gepatchte Windows Installer-Paket (.msi) aus unserem Arbeitsverzeichnis gelöscht werden.
7. Anpassen des Windows Installer-Paket mit dem Customization Wizard
Wichtig: Im Arbeitsverzeichnis muss mit Notepad eine leere Datei angelegt werden:
Setup.ini
Um nun einige Anpassungen am Windows Installer-Paket vorzunehmen, starten wir den Adobe Customization Wizard.
Mit STRG+O öffnen wir das Windows Installer-Paket im Arbeitsverzeichnis.
Nun können wir die entsprechenden Anpassungen an der Installation vornehmen und speichern diese mit STRG+S.
Ich empfehle folgende Anpassungen:
Unter dem Punkt “Personalization Options” setzen wir den Haken bei “EULA Option”.
Unter dem Punkt “Installation Options” nehmen wir folgende Anpassungen vor:
- Default Viewer for PDF files: Make Reader the Default PDF viever
- Remove all versions of Reader
- Enable Optimzation
- Enable Caching of installer files on local hard drive
- Run Installation: Silenty (no Interface)
- Reboot: Suppress reboot
Unter dem Punkt “Shortcuts” deaktivieren wir die Verknüpfung des Desktop.
Unter dem Punkt “Online and Acrobat.com Features” setzen wir die Haken bei folgenden Optionen:
- Disable product Updates
- Load trusted root certificates from Adobe: Disable
- In Adobe Reader, disable Help > Purchase Adobe Acrobat
- Disable Product Improvement Program
- Disable Viewing of PDF with Ads for Adobe PDF
- Disable all Adobe online Services based Workflows and entry points
8. Dateien in die Softwareverteilung kopieren
Nun können wir die drei Dateien vom Arbeitsverzeichnis in das Verzeichnis der Softwareverteilung der Domäne kopieren.
AdbeRdr11001_de_DE.msi
AdbeRdr11001_de_DE.mst
Setup.ini
9. Softwareverteilung mit Gruppenrichtlinie
In der Gruppenrichtlinienverwaltung erstellen wir ein neues Gruppenrichtlinienobjekt (GPO) mit dem Namen “Deployment Adobe Reader” und öffnen dieses mit dem Gruppenrichtlinienverwaltungs-Editor.
Wir navigieren zu folgenden Pfad:
Computerkonfiguration\Richtlinien\Softwareeinstellung\Softwareinstallation
Dort erstellen wir ein neues Installationspaket (Kontextmenü > Neu > Paket).
Im Öffnen-Dialogfenster navigieren wir zum Verzeichnis der Softwareverteilung der Domäne:
“\\domain.local\dfs\deployment\adobereader11\AdbeRdr11001_de_DE.msi”
Im Dialog “Software bereitstellen” wählen wir die Bereitstellungsmethode “Erweitert” aus:
Nun öffnet sich das Eigenschaftenfenster und wir wechseln zum Reiter “Änderungen”
Dort fügen wir die Änderungsdatei mit der Endung .mst hinzu und bestätigen mit OK.
Danach kann das GPO entsprechend bei den Organisationseinheiten (OU) verknüpft werden.
10. Fazit
Im Wesentlichen ist die Bereitstellung einfach zu bewerkstelligen, auch wenn kleinere Hürden zu meistern sind. Positiv ist, dass alle benötigten Komponenten entweder mit Bordmitteln oder als kostenlose Software zur Verfügung stehen. Negativ dagegen, dass Adobe es uns Administratoren damit nicht gerade leichter macht, vor allem um immer mit der aktuellsten Version die aufgetretenen Sicherheitslücken zu schließen.
Habe ich etwas falsch dargestellt? Welche Meinung haben Sie zu diesem Thema? Hinterlassen Sie Ihr Kommentar, wir freuen uns darauf.
Update 14. Januar 2013
Nach einigen Anfragen als Kommentar und E-Mail bezüglich der neueren Version des Adobe Reader, habe ich das HowTo entsprechend an die Version 11.0.01 angepasst. Vielen Dank an Martin Schmitt für sein ausführliches Kommentar.
Update 21. Februar 2013
Bezüglich einiger Kommentare habe ich das HowTo mit den folgenden zwei Tipps entsprechend aktualisiert:
Tipp 1: Die Konsole (PowerShell oder CMD) als Administrator ausführen.
Tipp 2: Die heruntergeladenen Dateien sollten im Kontextmenü unter “Eigenschaften > Allgemein > Sicherheit” Zugelassen werden (Die Datei stammt von einem anderen Computer. Der Zugriff wurde aus Sicherheitsgründen eventuell blockiert.)
Update 15. März 2013
Unter den Anforderungen wurde die Beantragung einer Lizenz zur kostenlosen Weiterverteilung unter adobe.com hinzugefügt.
Update 15. Mai 2013
Das HowTo wurde entsprechend mit dem Hinweis von primären und sekundären Patches angepasst. Es darf immer nur der aktuellste primäre Windows Installer-Patch für eine Slipstream Integration in das Windows Installer Paket verwendet werden. Falls vorhanden, muss danach im gleichen Schema ein sekundärer Windows Installer-Patch angewendet werden.














